Tilo Richter
Bewegung – Form – Technik
Paul Schatz und die Entdeckung des Oloids
Zusammenfassung
Im Jahr 1929 entdeckte der Bildhauer und Forscher Paul Schatz ein überraschendes geometrisches Phänomen: Würfel und andere reguläre Körper lassen sich umstülpen. Aus dieser Bewegung heraus entwickelte er neuartige räumliche Formen, die er «Zeitgestalten» nannte, da die Gestalt dieser Körper erst durch Bewegung im Raum entsteht.
Die bekannteste dieser Formen ist das Oloid, ein Objekt mit rhythmischer, pulsierender Dynamik, das zugleich bremst und beschleunigt und dadurch seine Umgebung beeinflusst. Schatz’ Arbeit bewegte sich bewusst zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik. Er entwickelte Anwendungen wie die Turbula-Mischmaschine, die seit den 1960er Jahren bis heute industriell genutzt wird.
Darüber hinaus inspirierte das Oloid Designerinnen, Ingenieure und Architekturbüros. Schatz selbst entwickelte 1968 ein visionäres Projekt für ein Schwimmendes Kulturzentrum auf dem Zürichsee, das allerdings nicht realisiert wurde. Bis heute gilt das Oloid als Beispiel für interdisziplinäres Denken: eine geometrische Entdeckung, die ästhetische, technische und philosophische Perspektiven verbindet und Bewegung als schöpferisches Prinzip begreift.
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Buch "Oloid – Form der Zukunft"
Oloid. Form der Zukunft
Hg.: Paul Schatz Stiftung
erscheint im niggli-Verlag
160 Seiten, 100 Abbildungen, Hardcover, 35 €
ab Herbst im Buchhandel bestellbar
Vorstellung Hildegard von Homeyer
Liebe Freundinnen und Freunde der Paul Schatz Gesellschaft,
2004 wurde mein Blick von einem kleinen Objekt aus Holz angezogen. Ich nahm es in die Hände drehte es und bestaunte es. Die Besitzerin nannte es Oloid.


















